Strategische Ausrichtung



"Frühe" Erkennung von Suchtmittelmissbrauch verhindert Schäden für Betrieb und Mitarbeiter


Die aktuelle Situation in vielen Betrieben ist heute dadurch gekennzeichnet, dass bestehende Anzeichen für den Konsum von Suchtmitteln bei Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern aus Unkenntnis  meist nicht erkannt werden oder ein frühzeitiges Eingreifen aus Unsicherheit oder Berührungsängste unterbleibt. Eine Intervention von Seiten der Führungskraft erfolgt erst bei einer nicht mehr tolerierbaren, objektiven Verschlechterung der Arbeitsleistung, einer Verschlechterung des Arbeitsverhaltens oder gar erst nach einem Arbeitsunfall. Damit wird – häufig irreversibel – die Chance vertan, Sicherheitsrisiken für den Betrieb zu vermeiden, Kosten zu senken und die Gesundheit des Mitarbeiters zu erhalten.

Zentraler Punkt unserer Strategie ist, die Handlungssicherheit von Führungskräften durch eine zielgerichtete Ausbildung in der Erkennung von Suchtmittelmissbrauch zu stärken. Führungskräfte müssen in der Lage sein, die Arbeitsfähigkeit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher zu beurteilen.  Dies erfordert Kenntnisse zu den Wirkungen und Auswirkungen psychoaktiver Substanzen, zu den Rechten und Pflichten einer Führungskraft sowie umfangreiche kommunikative Fähigkeiten, um Mitarbeiter richtig und wirksam anzusprechen. Erst eine sichere Erkennung eines Mitarbeiters unter dem Einfluss einer psychoaktiven Substanz motiviert Führungskräfte zum Eingreifen.

Neben qualifizierten Führungskräften erfordert eine wirksame Intervention klare innerbetriebliche Regeln und Vorschriften sowie ein Hilfesystem für den Umgang mit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir unterstützen Sie beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung eines geeigneten Managementsystems für suchtmittelbedingte Sicherheitsrisiken.



Suchtmittelmissbrauch gefährdet Arbeitssicherheit

Das individuelle Unfallrisiko ist keine Funktion der Konsumhäufigkeit sondern überwiegend mit der Wirkstoffkonzentration im Blut korreliert. Auch der Gelegenheitskonsument, der „zugedröhnt“ in die Arbeit kommt, stellt einen konkreten Risikofaktor für die Sicherheit im Unternehmen dar. Bei diesen Gelegenheitskonsumenten werden Auffälligkeiten in erster Linie an vereinzelte Tage auftreten im Gegensatz zu gewohnheitsmäßigen oder abhängigen Konsumenten, die Ihren Missbrauch auf Dauer nicht kaschieren können.

Die Entwicklung des Konsumverhaltens von einem gelegentlichen Probieren zu einer Abhängigkeit hat vielfältige Ursachen und verläuft nicht linear. Eine Suchtmittelabhängigkeit entwickelt sich nicht von heute auf morgen. Bei Alkohol geht man von einem Entwicklungszeitraum von 10 bis 15 Jahren für Männer bzw. 5 bis 7 Jahren bei Frauen aus. Bei Medikamenten und bei illegalen Drogen sind je nach Substanz die Entwicklungszeiträume vom Probierstadium bis zur Abhängigkeit wesentlich kürzer. Die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen sind nicht eindeutig definiert sondern fließend.

Einen besonderen Problemfall stellen Drogenkonsumenten dar, die in der Lage sind offensichtliche Substanzwirkungen im betrieblichen Alltag weitgehend zu kompensieren. Der Konsument glaubt seinen Konsum weitgehend steuern zu können, er ist sozial integriert und fällt in der Regel nicht auf. Das Problem wird erst dann evident, wenn der Mitarbeiter Belastungssituationen ausgesetzt ist, in denen besondere Konzentration oder Reaktionsschnelligkeit gefordert sind.